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Content Strategy Camp 2017: Recap

Content Strategy Camp 2017 Recap

Dieburg mag ein kleiner, im besten Sinne unspektakulärer Ort in Südhessen sein. Allerdings genügen – vom Marktplatz aus – ungefähr 15 Minuten Fußweg, um auf den Mediencampus der Hochschule Darmstadt zu gelangen. Hier findet seit 2013 alljährlich das Content Strategy Camp statt. So tummelten sich vom 22. bis 24. Juli zahlreiche Content-Spezialisten aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Content Strategy Camp 2017.

Wie bei jedem Barcamp hatte jeder Teilnehmer die gleichen Rechte: Wer sein Thema gewinnend vorstellen konnte und genug Handzeichen erhielt, bekam die Chance, es öffentlich vorzustellen – ob es sich um einen Vortrag, Workshop oder direkt eine Diskussion handeln muss, ist bei einem Barcamp nie vorgegeben. Auch Hierarchien spielen hier keine Rolle, zumal eine Duz-Kultur vorherrscht.

In diesem Recap finden Sie einige Highlights aus der zweitätigen Veranstaltung, die wir für Sie aufbereitet haben. Natürlich konnten wir angesichts zahlreicher paralleler Session nicht überall gleichzeitig sein und haben bei der Auswahl der Themen eigene Schwerpunkte gesetzt: sowohl vor Ort als auch bei der vorliegenden Zusammenstellung. Und jetzt wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr beim Content Strategy Camp 2018?

Agiles Marketing

Scrum-Coach Heiko Stapf stellte in seinem Vortrag eigene Erfahrungen bei der Einführung von agilem Marketing bei einem Online-Shop vor. Generell sieht er die Vorteile von agilem Vorgehen in

  • erhöhter Flexibilität,
  • dem Nutzen gemeinsamer Kreativität,
  • dem Lerneffekt bei gemeinsamen Tests und
  • verbesserter Transparenz.

Ein Pilotprojekt sollte dabei als Einführung in agiles Marketing fungieren. Es ging dort um die Umsetzung einer personalisierten E-Mail-Kampagne. In einem initialen Planungsmeeting wurde der Ablauf festgelegt, dann ging es direkt los. Jeden zweiten Tag traf sich das abteilungsübergreifende Team, um sich abzusprechen und kurze Reviews für die erfolgten Schritte abzugeben: Hier kamen etwa Testergebnisse bei technischen Fragen oder Verbesserungsvorschläge für Designs zur Sprache. Auch Ideen für eine noch bessere Zusammenarbeit wurden diskutiert.

Stapf betonte auch, dass gewisse Reibungen bei der Einführung agiler Prinzipien keine Seltenheit seien. So träfen widerstreitende Führungsansätze aufeinander und die Frage, wer nun die Verantwortung trägt, würden neu gestellt. Zudem benötige man dann weniger Abteilungsleiter als zuvor, da die Mitarbeiter wesentlich autarker als früher arbeiteten. Dies sei jedoch nicht mit einer Wegrationalisierung im mittleren Management gleichzusetzen, da nun andere Aufgaben geschaffen würden, etwa als inhaltliches Coaching für Texter und Designer.

Messenger in der Unternehmenskommunikation

Nicht nur Smartphones werden immer wichtiger, auch Messaging Apps nehmen deutlich an Bedeutung zu. So nutzen inzwischen mehr Nutzer solche Messenger auf ihrem Smartphone als Social Media Apps. Es verwundert nicht, dass viele Unternehmen danach streben, sich in diesem Bereich zu engagieren, zumal mit Chatbots. Julia Anna Moor und Tom Weimar haben sich im Rahmen ihres Studiums in Dieburg intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und einen entsprechenden Leitfaden für den Mittelstand erstellt, der im Herbst 2017 erscheint.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Unternehmen möchten sich dort bewegen, wo die Konsumenten einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen, um somit schnell und persönlich mit ihnen kommunizieren zu können. Dabei sind die Einsatzfeld vielfältig. Dazu zählen:

  • Recruiting/Employer Branding
  • Feedback
  • Crowdsourcing
  • Servicekommunikation
  • Ergänzung zum Newsketter

Hier sei jedoch äußerste Vorsicht geboten, so die Referenten. Wer derart mit sehr persönlichen Nachrichten von Familie, Partner und Freunden konkurriere, müsse hohe Relevanz bieten, ansonsten werde man sehr schnell als Spam wahrgenommen. Überhaupt sei Double Opt-in ein Muss, gelungenes Messenger Marketing sei immer Permission Marketing.

Wer einmal als störend empfunden werde, sei danach quasi „verbrannt“. Sensible Themenplanung und eine Einbindung in die allgemeine Content-Strategie seien daher ein Muss. Überhaupt bewege sich Messenger Marketing in einer rechtlichen Grauzone und der Gesetzgeber käme einfach nicht hinterher. Daher stelle sich die Frage, ob nicht vielleicht selbst definierte Anstandsregeln, vor allem in Bezug auf den Datenschutz, eine gute Option für Unternehmen seien.

Was dagegen beim Hype rund um Messenger schnell unter den Tisch falle, sei ihre Rolle in der internen Kommunikation. Auf diese Weise könnten Team-Mitglieder unkompliziert und schnell miteinander arbeiten, zumal gemeinsam am selben Dokument. Da die meisten Anbieter zudem kostenfreie Testversionen anbieten, könne man in Ruhe ausprobieren, welche Tools sich für die eigenen Belange am besten eignen.

Bei der Auswahl eines Tools seien jedoch vor allem Datenschutzfragen entscheidend. So gebe es eben auch Tools, die ihre Daten auf externen Servern in den USA speichern, was natürlich nicht akzeptabel sei. Andere Anbieter hingegen böten die Option, auf die eigenen Server zuzugreifen, sodass keine Daten das Unternehmen verlassen könnten.

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Mit dem FINE-Modell bieten wir Ihnen ein Werkzeug, das als perfekte Grundlage für die Planung und Produktion von Inhalten im Rahmen Ihrer Content-Strategie dient.

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360-Grad-Videos und Live-Streams

Christian Müller widmete sich in seinem Vortrag den spannenden Möglichkeiten von 360-Grad-Videos und Live-Streaming. Während Virtual Reality unter Verwendung spezieller Brillen zwar faszinierende Erlebnisse bescheren könne, sei ein Mainstream-Erfolg in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, hier besäße Augmented Reality das größere Potenzial. Bei Virtual Reality gebe es zumal das sogenannte Zwei-Welten-Problem: Der Anwender sei während seines Eintauchens in die virtuelle Realität ungeschützt und für alle übrigen Menschen um ihn herum eher ein Kuriosum. Erst duch entsprechende Raumlösungen sei dieses Problem in den Griff zu bekommen.

In der Zwischenzeit fungiere allerdings das Format des 360-Grad-Videos als Türöffner. Hierbei kann sich der Zuschauer in einem aufgezeichneten Clip in alle Richtungen umschauen, was sich gerade für Praxiseinblicke im B2B anbietet. Hier finden Sie ein Beispiel:

Dabei wurden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich der Betrachter trotz der neu hinzugewonnenen Freiheit behutsam führen lässt: Mittels farblich markierten (Text-)Feldern kann auch in einem 360-Grad-Video der Blick auf intelligente Weise steuern.

Dass Live-Streams derzeit auf Facebook sehr angesagt sind, dürfte jedem Nutzer beim Blick auf seinen Newsfeed deutlich werden: Mit diesem Format könnten User bequem an einen anderen Ort versetzt werden, wie man so schön sagt. 360-Grad-Live-Videos sind zwar bereits möglich, aufgrund des hohen Datenvolumens allerdings nicht sonderlich praktikabel. Da müsse in Sachen Bandbreite also noch einiges passieren. Gerade für die Berichterstattung von Events hielten sie aber einiges an Potenzial bereit. Generell gelte aber auch hier die Devise, dass das Format zum Inhalt passen müsse, nicht immer sei 360 Grad die beste Wahl.

Auch mit kleinen Tricks ließen sich kurzweilige und mitunter verblüffende Ergebnisse erzielen. So seien dann auch wider Erwarten auf Instagram dank entsprechender Tools und Kamera-Equipment animierte 360-Videos möglich. Aber sehen Sie selbst:

Und noch mal tolle Leute auf @republica #rp17 getroffen

Ein Beitrag geteilt von Christian Müller (@lebenskarriere) am

Zukunft der Kommunikation

Einen voraussetzungsreichen und sehr interessanten Implusvortrag stellten Mael Roth und Stephan Tiersch auf die Beine. Beide hatten sich im Vorfeld unabhängig voneinander Gedanken über die „Zukunft der Kommunikation“ gemacht. Da lag es doch nahe, sich zusammenzutun. Tiersch plädiert dafür, die Trennung von Unternehmenskommunikation und Marketing aufzugeben und beide Disziplinen aufgrund ihrer gemeinsamen Nutzenorientierung zusammenzuführen. Überhaupt solle Content anders wahrgenommen werden als bisher – und zwar als „Substanz der Kommunikation“, also als Wert innerhalb des Unternehmens und nicht als Kommodität.

Auch Roth ist der Ansicht, dass das Verständnis von Content über den jetzigen Stand hinausgehen müsse. Ihm geht es ebenfalls um die Verankerung des Nutzengedankens und zwar derart, dass das genaue und empathische Verständnis der Interessen der Konsumenten weitere Kreise zieht, bis in die Produktenwicklung hinein. Demnach ist Content Marketing als ein Anstoß zu sehen, dessen Werte und Visionen bis in höchste Kreise wandern und derart die gesamte Unternehmenskultur positiv verändern.

Wer sich mit den Ideen von Roth und Tiersch näher beschäftigten möchte, dem seien ihre Beiträge auf Roths Blog beziehungsweise Zielbar empfohlen.

KOMMON: Engagierter Nachwuchs

Die Zeiten mögen sich ändern, doch der Weg vom Studium in die Berufswelt ist nie einfach – ganz gleich, ob man nun Teil der die Generation X, Y oder Z ist. Um möglichst früh die Brücke in die Arbeitswelt zu schlagen und Studenten, Alumni und Marketing-Profis zu vernetzen, wurde in Dieburg KOMMON gegründet. Dem „Verein zur Vertretung des Kommunikationsstudierenden Darmstadt e.V.“ wurde in einer lockeren Diskussion mit Profis aus dem (Content) Marketing im kleinen Kreis empfohlen, das eigene Profil zu schärfen.

Sascha Stoltenow hob zudem die Bedeutung von Fachkenntnis, individueller Motivation und dem richtigen Maß an Demut hervor. Ferner gab es den Konsens, dass der Verein konkrete Ziele formulieren sollte. Es sei schließlich das Normalste auf der Welt, dass die Initiative auch dazu diene, den Studierenden in Dieburg bessere Jobaussichten zu ermöglichen. Auch die Idee, Experten aus der Agenturalltag zu „Mini-Barcamps“ einzuladen, stieß auf allgemeine Zustimmung.

Das ist natürlich ein tolles Projekt für digitale Nachwuchsförderung, das Unterstützung auf jeden Fall verdient! Hier sind die Kontaktdaten von KOMMON:

Mail: hallo@kommon-verein.de

Twitter: @kommonverein

Facebook: https://www.facebook.com/kommonverein/

Content Strategy Camp 2017: Stimmen

Und zum Abschluss gibt es noch ein paar Schlussbemerkungen aus dem Kreis der Teilnehmer:

Präsentationen auf dem Content Strategy Camp 2017

Wir werden diese Liste natürlich aktuell halten. Sie haben einen Vortrag gehalten und möchten gerne aufgenommen werden? Sagen Sie uns einfach per Kommentar Bescheid!

Doris Eichmeyer: „Status quo der Content-Strategie in Unternehmen – 8 häufige Widersprüche“

Stefan Evertz: „Kommunikationscontrolling – Marketing in Social Media analysieren“

Florian Bauhuber: „New Work – Transformation einer Agentur“

Kai Heddergott: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser?“

Josef M. und Lydia Lucia Neuman: „Digitale Fanpost: Influencer und ihre Communities“

Ferdinand von Seggern: „Das bin ja ich! Personalisierung: Wem zeige ich wann welche Inhalte?“

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